Vorsicht Höhenkrankheit

Reisen, die mit Aufenthalten in großen Höhen verbunden sind, bergen besondere Risiken.

Reisen, die mit Aufenthalten in großen Höhen verbunden sind, bergen besondere Risiken.
Dazu zählen: eine erhebliche UV-Strahlung, eine geringe Luftfeuchtigkeit und der geringe Sauerstoffgehalt der Luft. wichtig sind daher ein guter Sonnenschutz (Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor, textiler Schutz), eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr sowie eine gute Akklimatisation an den niedrigen Sauerstoffgehalt, da sonst die Gefahr steigt, höhenkrank zu werden.
Die Akklimatisationsschweile, also jener Höhenbereich, ab welchem eine Akklimatisation erforderlich ist, Iiegt bei ca. 2.500 m (Schwellenhöhe).
Die Anpassung an Höhen darüber erfolgt stufenweise und gilt immer nur für die jeweils erreichte Höhe.
Es darf nicht zu schnell hoch gestiegen und keine anaeroben Anstrengungen unternommen
werden (als Faustregel für das Gehtempo gilt: einen Schritt ausatmen, zwei Schritte einatmen).
Die Obergrenzen für den Puls bei länger dauerndem Bergaufgehen liegen bei jüngeren Menschen bei ca. 140/min., bei Älteren bei ca. 120/min. (diese Werte können bei chronischer Medikamenteneinnahme zu hoch sein!).
Bei geplanten Übernachtungen ist eine möglichst tiefe Schlafhöhe anzustreben.
Nach Erreichen der Schwellenhöhe sollten mehrere Nächte auf diesem Level verbracht werden.
Beim weiteren Aufstieg wird empfohlen, tägliche Schlafhöhenunterschiede von 300 bis
400 Höhenmetern nicht zu überschreiten. Falls mehr als 600 m Schlafhöhendistanz
unvermeidlich sind, sollten mindestens zwei Nächte auf dieser Höhe verbracht werden.
Diese Taktik ist allerdings individuellen Schwankungen unterworfen,
sodass im Einzelfall anhand der Symptomatik (2. B. Kopfschmerzen) entschieden werden sollte.
Wichtig ist auch, einen ,,Fluchtweg“ in tiefere Regionen ins Auge zu fassen, denn der Aufstiegsweg muss nicht immer zwangsläufig der Weg sein, der beim Bergabgehen den schnellsten Höhenverlust mit sich bringt.
Bei raschem Transport in große Höhen (Flugzeug, Bus, Seilbahn etc.) sollte ein dortiger Verbleib für drei Tage eingeplant werden.
Höhenerkrankungen ereignen sich im Gehirn und/oder in der Lunge.
Drei Symptome stehen im Vordergrund:
der Höhenkopfschmerz (typischerweise dumpf, klopfend, häufig nachts und beim Aufwachen, verstärkt unter Anstrengung).
eine Gangunsicherheit (evtl. auch Standunsicherheit) sowie ein plötzlicher Leistungsabfall, der begleitet werden kann von unverhältnismäßiger Müdigkeit, starker Atemnot bei Anstrengung und später auch in Ruhe sowie trockenem Husten.
Jedes der drei Symptome kann einzeln, aber auch in Kombination vorkommen.
Bei Auftreten der genannten Symptome gilt die Verdachtsdiagnose Höhenkrankheit so lange, bis das Gegenteil bewiesen ist.

  • nur Kurzaufenthalt möglich
  • Akklimatisation erforderlich
  • Sofortanpassung genügt
  • Keine Anpassung

Achtung!

5 goldene Regeln sollte jeder Höhentourist beachten:

  1.  Jeder kann höhenkrank werden, aber niemand muss daran sterben.
  2. Jede Gesundheitsstörung in Höhen > 2.500 m muss solange als Höhenkrankheit gewertet werden, bis das Gegenteil bewiesen ist.
  3. Bei Symptomen der akuten Höhenkrankheit kein weiterer Aufstieg.
  4. ,,Wenn’s Dir schlecht geht, steige sofort ab!“
  5. Personen mit Zeichen der Höhenkrankheit dürfen nie alleine gelassen werden.

Gefahr vorbei?

Die Höhenkrankheit stellt immer eine lebensbedrohliche Situation dar!

Zeichen einer guten Höhenanpassung sind ein zum persönlichen  Normwert zurückgekehrter Ruhepuls,
eine vertiefte Atmung in  Ruhe und unter Belastung sowie  vermehrtes (vor allem nächtliches) Wasserlassen.

Goethe beim Anblick des Mont Blanc:

Es sind keine Worte für die Größe und Schöne dieses Anblicks. Immer wieder zog die Reihe der glänzenden Eisgebirge das Aug’ und die Seele an sich. Schon was vom See auf für schwarze Felsrücken, Zähne, Türme und Mauern in vielfachen Reihen vor ihnen aufsteigen, wilde, ungeheuere, undurchdringliche Vorhöfe bilden! Wann sie dann erst selbst in der Reinheit und Klarheit in der freien Luft mannigfaltig daliegen! Man gibt da gern jede Prätension ans Unendliche auf, da man nicht einmal mit dem Endlichen im Anschauen und Gedanken fertig werden kann.“ 

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